Singapur – alles so künstlich?

Erwartungsvoll kommen wir in Singapur an. Per Taxi gehts zum weltberühmten, weil einmalig spektakulären Hotel Marina Bay Sands. Ja genau, dieses gigantische Hotel mit den drei Säulen und dem Boot oben drauf. Wir beziehen eines der Zimmer im 49 Stockwerk mit einer einmaligen Aussicht auf den Bay Garden, die wartenden Schiffe auf dem Meer und der Formel-1-Strecke.
Das Areal dieses Hotels ist riesig, die dazugehörende Shoppingmall hat die Grösse der Zürcher Bahnhofstrasse. Und ca. 60 Restaurants sind in diesem Komplex enthalten. Zuerst suchen wir etwas ausgehungert ein Restaurant und landen bei einem vornehmen Italiener. Wow, ist das Essen hier gut! Danach flanieren wir zum Bay Garden und bestaunen diese kunstvollen Gebilde aus Metall, Licht und Gewächsen. Dann aber gibt es nur ein Ziel: Ab aufs Dach in 200m Höhe in die grossen Pools mit Aussicht. Letzte Woche badete dort Martina Hingis und ihr Kommentar auf Instagramm war: „Warum kann ich das nicht auf meinem Haus haben?“ – 😂
Ja, die Aussicht ist spektakulär und die Jacuzzis sind ein Genuss (siehe Pics). Danach geniessen wir in unserem riesigen Zimmer die Nachtruhe und das sanfte Brummen der Klimaanlage.
Nach einem spektakulären Sonnenaufgang, gehts los um die Marina Bay wo wir Kafi-Gipfeli bekommen und dem neuen Tag froh entgegengucken. Ich mache einen kurzen Abstecher ins „Red Dot Design Award Museum“ und freue mich über die Ausstellung der Freitagstaschen, welche hier einen Ehrenplatz beim Eingang bekommen haben.

Australien: 20. August bis 3. November: Der Figtree im Regenwald

Ich bin jedesmal beeindruckt, wenn ich im Regenwald einen Figtree (Ficus) sehe. Da stand einmal vor vielen Jahren z.B ein mächtiger Eucalyptusbaum im Wald. Er ragte hoch bis zu den anderen Regenwaldbäumen und bildete gemeinsam mit ihnen das einzigartige Regenwalddach. Eines Morgens besuchte ihn ein kleiner Vogel, der irgendwo eine Beere eines Ficus gegessen hatte. Just in dem Moment, als der Vogel auf dem Eucalyptusast stand entfuhr ihm der Vogeldreck mitsamt eines kleinen Ficussamen. Dieser blieb am Eucalyptus kleben und gedieh dort prächtig. Er wuchs nicht gross nach oben, sondern vor allem nach unten. Seine Wurzeln verfielfältigen sich und schleichen sich immer weiter von hoch oben auf den Boden zu. Immer mehr Wurzeln sendet er rund um den Baum nach unten, bis er den einst schönen Baum erdrosselt und dieser stirbt. Wenn er dann kippt ergibt dies einen wunderschönen Curtain Figtree oder auf Deutsch einen „Vorhang Feigenbaum“.
Wir haben auf unserer Australienreisen an der Ostküste so manchen dieser Bäume angetroffen und jeder ist wieder für sich ein besonderes Exemplar, welches uns faszinierte.

Aus Wikipedia:

Der Curtain Fig Tree ist eine Würgefeige der Art Ficus virens. Normalerweise keimen diese Pflanzen in den Kronen anderer Bäumen und bilden dann Wurzeln aus um den Boden zu erreichen. Wenn dieser wichtige Schritt vollzogen ist, beschleunigt sich das Wachstum der Feige, die Luftwurzeln werden dicker und vernetzen sich. Nach hunderten von Jahren töten sie schließlich den Wirtsbaum, der langsam verrottet. Die Feige kann jetzt selbständig weiterwachsen. Im Falle des Curtain Fig ist der Wirtsbaum während dieses Prozesses gekippt, sodass die Luftwurzeln mit bis zu 15 Metern Länge als Vorhang Richtung Boden gewachsen sind. Die Würgefeige ist 50 m hoch, hat einen Stammumfang von 39 m und ist geschätzte 500 Jahre alt.

Byron Bay – ein Ort zum Träumen

Wir verbringen gerade vier einzigartige Tage in Byron Bay. Wir befinden uns hier am östlichsten Punkt des Australischen Festlandes. Unsere Unterlunft in einer Ferienwohnung sehr nahe am Beach ist ein kleines Bijou. Wir geniessen diese Tage hier, als wären wir gerade in unserem Honeymoon. Das sind wir ja auch tatsächlich. Nicht in unserem ersten, sondern im vierzigsten. Heute unternahmen wir einen genussvollen Spaziergang zu einem der wundervollen Beaches und dann weiter zum östlichsten Punkt Australiens. Das Meer ist lebendig, die Brandung lädt die Cracks zum Surfen ein und wir geniessen den Ausblick in die Ferne. Tief unter uns versammeln sich einige Delphine und tummeln sich im tiefblauen Wasser.
Abends gehen wir zu Fuss ins Dorf. Byron Bay wimmelt von surfbegeisterten Jugendlichen und wir haben den Eindruck wir seien wieder zurück in den Flowerpower Jahren Ende der Sechziger. Dreadlocks, ein Joint, ein Bier und eine Gitarre und das Leben ist cool. Ja, Byron Bay und das 70 km entfernte Städtchen Nimbin sind das Mekka der Australischen Hippiebewegung. Peace, Peace haben sie sich auf die Fahne geschrieben. Schön wäre es, sie könnten dies auch wirklich erleben.

Fraser Island – die grösste Sandinsel der Welt.

19.-23. 10.: Der Wetterbericht klingt nicht so super für unseren bevorstehenden Inseltrip. Trotzdem fahren wir los und werden auf dem Weg so richtig durchgewaschen. Doch bei unserer Ankunft an der Fähre scheint die Sonne und begleitet uns die kommenden Tage. Frazer Island bedeutet herrliche Natur und Adventure pur. Seeadler gleiten über uns. Meeresschildkröten können wir vom Indian Head aus beobachten und am Strand treffen wir auf zwei Dingos.
Das Campen geniessen wir aus vollen Zügen. Draussen im Nationalpark auf einem grossen Camp. Der Ranger besucht uns nachdem wir unsere Zelte und die Marquise aufgebaut haben. Er macht uns darauf aufmerksam, dass gerade hier bei Regenwetter ein grösserer See entstehen wird. 😨😨😨. Also nochmals packen und die Zelte und grosse Marquise im Dunkeln aufstellen.
Am nächsten Tag gehts los auf Entdeckungsreise. Es gibt so viele spannende Ziele: Indians Head, das Maheno Schiffswrack, die verschiedenen Seen im Inland wie z.B der Lake McKenzie, der Lake Wabby mit den Sanddünen, die Central Station, der Eli Creek mit seinem klaren Wasser oder der Mount Sandblow, welcher aus einer beeindruckenden Wüstenlandschaft besteht.
Eins ums andere fahren wir an und erleben diesen traumhaften Fleck unserer Erde.
Adventure pur fängt schon am 90 km langen Sandstrand an. 4×4 ist angesagt und wir rasen mit 80 Sachen über diese Piste, vorausgesetzt, die Gezeiten lassen dies zu. Immer wieder plumbsen wir über ein Bachbett, dass es nur so spritzt! Sandfahren ist nicht so einfach. Man muss auf Überraschungen gefasst und stets damit rechnen, dass Fischer, andere Autos oder Menschen am Strand sich der Gefahren nicht bewusst sind. Aber Hannes ist mir ein super Fahrlehrer, der alle Tricks und Kniffe aus dem FF kennt.
Zwei Nächte sind für unser Billigzelt eine grosse Herausforderung. Es giesst aus Kübeln während Stunden. Oh wie sind wir froh, dass am anderen Morgen wieder die Sonne scheint und alles bestens trocknen kann! Wir geniessen jeweils die Frühstückzeit mit Speck, Spiegeleiern und feinem Brot, das Susi selbst gebacken hat. Zwei grosse Guanas kommen jeweils pünktlich daher, um uns zu begrüssen.
Der Abschied von diesem Paradies fällt uns schwer. Wir richten uns nach dem Niedrigwasser und fahren 76 km zurück zur Fähre, die uns bei stürmischer See und Gewitter wieder sicher aufs Festland bringt.