20. bis 26. Juni 2026: Bever im Engadin

Entspannt packen wir am Samstagmorgen unsere Sachen und fahren nach feinem Zmorge gemütlich los in die Ferien. Es geht durchs Zürcher Oberland, dem Walensee entlang nach Landquart. Ich wünsche mir ein Overshirt-Schnäppchen und werde tatsächlich bei Tommy fündig.

Nach einem kurzen Mittagessen fahren wir weiter über Reichenau (wo meine mütterlichen Wurzeln sind) über Thusis, den Julier ins Engadin. Bald kommen wir in Bever an und staunen über die beeindruckenden „Palazzi“ der früheren Engadiner Patrizier.

Am Sonntag wollen wir uns etwas einlaufen und fahren mit der Bahn nach Spinas (direkt vor dem Albulatunnel Südportal). Hier gehts los zu Fuss ins Val Bever. Wie prächtig ist die Landschaft hier. Der Arvenduft erfüllt unsere Umgebung und der Wildbach Beverin plätschert und tost eindrücklich neben uns.

Der Beverin ist der erste Fluss der Schweiz, der als Gewässerperle PLUS ausgezeichnet wurde. Und zwar deshalb, weil der 13,5 Kilometer lange Bachlauf vom Menschen noch weitgehend unbeeinträchtigt ist. Durch seine Lage inmitten von wertvollen Flachmooren dient er damit vielen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. (WWF Schweiz)

Nach einem Nickerchen am Bach wandern wir zurück nach Spinas und dann weiter talabwärts, dem Märliweg folgend bis nach Bever zu unserem Feriendomizil „Chesa Rossa“.

Auf zur Diavolezza!

Am Montag ist unser Plan, frühmorgens mit der ersten Bahn hoch auf die Diavolezza zu fahren. Los gehts um 8 Uhr, schon bald haben wir dank der Gondelbahn  1000 Höhenmeter überwunden. Im Restaurant ist alles bereit für einen Zmorge mit prächtiger Aussicht auf Piz Palü, Bellavista und Piz Bernina (den einzigen 4000er der Ostalpen). Bei wunderschönem Wetter gehts nochmal hoch, so dass wir schliesslich gut 3000m über Meer erreichen. Ich spüre die Höhe hier, und sie macht mir zu schaffen. Aber es ist ein Erlebnis, nach meiner Herz OP vor einem Jahr, hier oben auf 3066m zu stehen.

Am Nachmittag machen wir einen kurzen Abstecher mit dem Zug nach St. Moritz. Echli lädele… und dann auf der Terrasse etwas trinken und das liebliche Wetter bei 26°C geniessen. Wir können es uns nur schwer vorstellen, dass es zuhause in Schwerzenbach gerade 10°C heisser ist als hier. Als wir uns wieder auf den Weg ins Tal machen, sehen wir schwere Gewitterwolken näher kommen. Beim Aussteigen aus dem Bus seicht es in Strömen. Als ich gegenüber der Haltestelle im Volg noch etwas einkaufe, wird mir grosszügigerweise ein Schirm ausgeliehen.

Heute ist Tirano unser Ziel

Wiederum begrüsst uns am Dienstag ein strahlender Tag. Die norditalienische Stadt Tirano lockt uns heute. Schon ziemlich früh sitzen wir auf unseren reservierten Plätzen im Bernina Express. Wie entspannt ist dieses Fahren und Geniessen im bequemen Zug! Rasch sind wir oben auf dem Berninapass auf 2200m über Meer und schon gehts gemächlich hinunter ins Tal, über Alp Grüm nach Poschiavo. Zwei Nachbarinnen fachsimpeln miteinander, wie man das jetzt ausspricht: Poschiavo hat ja ein s-c-h also wie das deutsche Sch bei Schuhe oder doch nicht? Italienisch scheint eine komplizierte Sprache zu sein…

Ein spezieller Moment dieser Reise ist das Kreisviadukt bei Brusio. Ein einmaliges Bauwerk:

In Tirano ist es deutlich wärmer als in Bever. Hier klettert das Thermometer über 30°C. Es wird uns jetzt bewusst, wie sehr die Leute zuhause und im Grossraum der Städte im Norden der Schweiz leiden. Zuhause herrschen schon die ganze Woche Höchsttemperaturen, wie wir es noch nie erlebt haben.

Wir gehen die paar Minuten zügig los in die Altstadt Tiranos. Ja, wir sind in Italien und atmen ein diese wohltuende Kultur. Wir verbringen hier nicht viel Zeit. Überqueren den Fluss Adda und schlüpfen durch das Stadttor.

Bald erreichen wir den Palazzo Salis. Wir sind beeindruckt vom Prunk dieser Gebäude und des einmaligen Gartens. Was in den Räumen an Decken und Wänden aussieht wie Baukunst, sind in Wahrheit bloss geniale Malereien. In einem Saal sind jeweils links und rechts von Türen und Fenster Vorhänge, die herunterhängen. Es sieht wirklich wie Stoff aus, so kunstvoll ist das gemalt.

Bald geht es wieder Richtung Berninapass, doch wir steigen in Poschiavo kurz aus und kehren ein in dieser bedeutenden Stadt der einstigen Zuckerbäcker. Die Einzigartigkeit dieses Ortes lebt von den ausgewanderten Puschlavern, welche in Frankreich und Spanien fleissig arbeiteten und mehrere ‚Café Suizo‚ gründeten. Immer wieder kehrten sie über Generationen zurück in ihre Stadt der Herkunft und bauten prächtige Palazzi, welche diese Alpenstadt nachhaltig veränderten. Dazu gibt es auch eine sehenswerte Ausstellung. Was für ein toller Ausflug war dies heute mit fünf Stunden Fahrt im Bernina Express.

Die Alp Languard

ist am Mittwoch unser Ziel. Nach einem feinen Zmorge mit Alpkäse aus der Region ziehen wir wieder mit Wanderausrüstung los richtung Pontresina. Hier gehts hoch mit dem Sessellift auf die Alp Languard. Von dort sanft aufwärts zum Languardsee. Unterwegs hören wir immer wieder die Mungge (Murmeltiere), mit ihren lauten Warnpfiffen.

Je näher wir dem See so gegen die Mittagszeit kommen, fragen wir uns, ob wir wohl ein Schattenplätzli finden könnten. Martha erledigt dies mit einem Stossgebet: „Herr, wir bitten dich um ein angenehmes Schattenplätzli“- Da wir uns deutlich über der Baumgrenze befinden, muss sich der Herr aber etwas Besonderes ausdenken… Als wir beim See ankommen und ein wohliges Rastplätzli gefunden haben, legen wir unsere Jacken auf den Boden und lagern uns. Nun packen wir unser Mittagessen aus den Rucksäcken und fangen an mit Essen.  Was ist denn jetzt los? Wir sitzen herrlich am Schatten. Über uns eine Wolke, die uns Schatten spendet. – „Danke du gütiger Gott, das ist jetzt wirklich eine tolle Überraschung!“

Bald steigen wir wieder ab Richtung Alp Languard und freuen uns auf unsere Ferienwohnung. Wir müssen dringend einen Mittagsschlaf machen, damit wir dann beim Schweizer Fussballspiel gegen Kanada nicht einschlafen.

Lägh da Cavloc

Am Donnrrstag freuen wir uns auf eine angenehme Wanderung zum Lägh Cavloc. Wir fahren los auf den Malojapass und dann gleich zum Parkplatz Orden. Ab dort ist es eine einstündige Wanderung zum Restaurant Cavloccio. Wir geniessen die wunderschöne Aussicht auf den See und die Berge. Dazu freuen wir uns über Polenta mit Pilzen und Hirschschnitzel. Nach dem Essen sind wir gestärkt für einen nächsten Wackel in Richtung Orlegnatal. Lustig ist die Ziegenfamilie, die sich unter Bäumen und Felsen lagert.

Danach umrunden wir den See und verabschieden uns wieder Talabwärts nach Hause.

Unsere Koffer sind gepackt. Die Ferienwohnung ist aufgeräumt und bald gehts wieder los nach Hause, wo uns die letzten Hitzetage erwarten.

Reichenau und sein gepflegter Schlosspark

Ich kann es mir nicht verkneifen in Reichenau anzuhalten und in alten Erinnerungen zu schwelgen. Hier waren meine (Ernst) Grosseltern während meiner Kindheit Schlossgärtner und -verwalter. Vor dem Schloss Reichenau kommt Gian-Battista von Tscharner (Besitzer des Schlosses) gerade zur Türe raus. Wir stellen uns vor und spontan lädt er uns ein, den Park zu besuchen.

Es ist das erste Mal, dass ich mit Martha diesen Garten meiner Kindheit besuche und die mannigfaltigen Erinnerungen mit ihr hier teile.

Der Garten ist bereit für ein Fest, das heute Abend im Freien stattfindet. Mein Neni (Bündner Grossvater) hätte grosse Freude gehabt an der gepflegten Anlage.

Sommerferien im Allgäu

Also los geht’s in die Sommerferien mit Sina, Levia, Joël, Niko und natürlich mit Martha. Am Freitagmorgen ziehen wir los und streben einen Mittagshalt in Lindau an.

Einzigartig ist dieses Juwel im östlichen Bodensee. Pünktlich zum Mittagessen bei strahlendem Sonnenschein kommen wir an und finden eine Gartenwirtschaft so richtig zum Geniessen. Von Sina und Joël hören wir, dass ihre Reise auch bestens klappt und sie eben einen Halt machen in der Nähe von St. Gallen.

Bald schon treffen wir alle sechs im Center Park im Allgäu ein und finden unseren Bungalow. Es ist „interessant“, wenn 1000 Leute mit ihren Fahrzeugen alle um 16 Uhr zu ihrem Feriendomizil wollen. Das ist ähnlich wie vor dem Gotthardtunnel vor Pfingsten ;-).

Aber wir sind ready für einen feinen Znacht und haben uns entschieden, diese besondere Zeit hier vom Anfang an zu geniessen.

Nach einer guten Nacht und einem feinen Zmorge gehts los an den wunderschönen Badsee ganz in der Nähe. Baden, Faulenzen, Levia und Niko geniessen ist herrlich.

Am nächsten Tag wollen wir im Center Park bleiben und die vielfältigen Möglichkeiten hier entdecken. Levia darf sich jeden Tag ein bis zwei Attraktionen aussuchen. Heute war für sie die Safaritour mit dem Elektrojeep dran. Dazu genoss sie ihre Jumps auf dem Trampolin.

Es gibt gerade für Levia so viele Möglichkeiten Neues zu entdecken und auszuprobieren. Die vielen Rutschen und Bäder in der Halle und draussen. Minigolf, Ponys und andere Tiere…

Ponyreiten mit Papa🥰

Am Montag ist Markt in Leutkirch. Es duftet wunderbar von den vielen angebotenen Verführungen: gebrannte Mandeln, Zuckerwatte, Grillfleisch und viele frische Früchte der Bauern aus der Umgebung.

Einen Morgen verbringen wir im nahegelegenen Isny. Ein schmuckes Städtchen, das einlädt zu bummeln und schlendern. Man nennt dies Entschleunigung 😉 Beim gelegentlichen Sprühregen verschwinden wir rasch in eine Konditorei und geniessen die feinen Erdbeerkuchen und-rouladen.

Levia geniesst es als Kapitänin

Besondere Momente bilden für uns die Abendessen in unserem Bungalow. Feines Abendessen ist programmiert: Spaghetti mit diversen Saucen, Spargeln vom Markt in Leutkirch, Rinderfilet vom Grill, schwäbische Maultaschen in Brühe und gebraten mit Ei…

Was uns aber besonders wichtig ist: jedes von uns bekommt für einen Abend eine Plattform. Womit beschäftigst du dich gerade? Was bewegt dich? Wir hören zu, nehmen Anteil, fragen zurück und versuchen zu verstehen. Es findet ein wichtiger, einfühlsamer Austausch statt. Nachdem wir alle satt sind beten wir gemeinsam für die Person, welche ihr Herz geöffnet hat und uns an ihrem Ergehen teilhaben liess.

Aber das Allerwichtigste ist das Schwarzpeter Spiel und das UNO. Hier sind wir alle dabei und sind immer wieder erstaunt, wie mühelos Levia gewinnt.

Nun heisst es Abschied nehmen. Wir tun das und besuchen für unseren letzten Abend den Gasthof Rössle Hasleburg, der gleich unten am Park liegt. Ein Landgasthof mit vorzüglicher Küche und bestem Service bleibt uns in bester Erinnerung an wunderschöne Ferien.

Rhein, Weser, Elbe und das Wattenmeer

Diese drei bedeutenden Flüsse Europas und die Nordsee mit dem Wattenmeer bilden den Raum für unsere diesjährige Ferienreise. Doch alles schön der Reihe nach.

Wir starten am 5. Juni über Stuttgart Heilbronn nach Oberwaldhaus bei Darmstadt. Aus Rücksicht auf unser Alter fahren wir bloss ca. 400 km, bis wir uns eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Hier im Oberwaldhaus gefällt es uns sehr. Eine einfache, gediegene Unterkunft mit Spaziermöglichkeiten ans Wasser hilft uns, auszuruhen und wieder fit für den nächsten Tag zu werden.

Am anderen Tag gehts weiter nach Düsseldorf an den Rhein. Wir wollen unbedingt Judah von der Schule abholen, weil er heute Geburtstag hat. Also los gehts: Wir entscheiden uns, dem Rhein nach weiter zu fahren und uns die Loreley anzuschauen. Danach geht weiter über das Moseltal in die Gegend von Köln mitten ins Pfingstchaos auf der Autobahn.

Welch ein Wiedersehn mit Heidi, Urs und den Kids! Begeistert heissen sie uns willkommen. Natürlich geniessen wir diese Zeit mit Ihnen. Abstecher in die Kirche von Düsseldorf, den Zoo in Duisburg und die verschiedenen Spielplätze in Kaiserswerth sind auf unserem Program.

Schon bald gehts weiter. Das Wetter ist regnerisch während der ganzen Reise. Nach dem Rhein zieht es uns nun an die Weser. Imsum, nördlich von Bremerhaven ist unser nächstes Ziel. Ein kleiner Ort direkt am Deich der Wesermündung und sehr nahe am grossen Hafen von Bremerhaven. Container an Container stehen da. Hunderte Autos, neu und gebraucht, warten darauf in den Schiffsrumpf geladen zu werden. Für uns Landratten ist es sehr spannend zu beobachten, wie die riesigen Container sehr rasch auf die Schiffe geladen oder entladen werden. Alles machen die Präzisionskrane mit unglaublichem Tempo.

Das Wetter spielt in unseren Ferien enorm gut mit. Zum Teil ist es über 25°C warm und sehr sonnig. Also los zum Wattlaufen in Cuxhaven. Was für ein liebliches Städtchen mit dieser langen Strandpromenade hinter dem Deich. Wow, die Wassertemperatur in den kleinen Tümpeln auf dem Watt ist angenehm hoch und auch das Wasser, welches mit der Flut wieder ans Land fliesst, ist warm. Wattenmeer ist Erholung pur. Keine Hektik, kein Stress, sehr angenehm und wohltuend.

Was natürlich nicht fehlen darf, ist ein gutes Fischrestaurant. Direkt am Fischerhafen gibt es ein paar davon. Zum Beispiel die Kleine Fischkiste, wo ich (Ernst) den Backfisch geniesse.

Ein weiteres Highlight ist angesagt: Wir fahren mit der Eisenbahn von Cuxhaven nach Hamburg. Am Bahnhof angekommen, bringen wir unsere Koffer rasch ins Hotel und stürzen uns danach ohne grosse Pläne direkt ins Gewühl. Die Alster ist zwar schön und gut, Aber weil wir zuviel wollen, sitzen wir bald erschöpft auf einer Treppe, bis uns ein freundlicher Mann rät, wie und wohin wir weitergehen können.

Okay, dann gehts weiter zum Hafen, wo wir müde in ein Touristenboot sinken und uns die riesige Hafenanlage zeigen lassen. Eindrucksvolle Szenerie: Containerfrachter, Kreuzfahrtschiff, die Speicherstadt und natürlich die einzigartige Elbphilharmonie. Sie hat eine ähnliche Bauzeit hinter sich wie damals das Opera House in Sydney: Der budgetierte Herstellungspreis vervielfachte sich bis am Schluss aufs X-fache. Aber trotzdem würden sowohl die Hamburger, wie auch die Sydneysider ihren Prunkbau nicht mehr hergeben und sind sehr stolz darüber.

Am Samstag sind wir mit dem Hopp-On-Hopp-Off-Bus unterwegs. Das Wetter spielt nach wie vor super mit. Wir sehen nochmals die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und bekommen einen Überblick über das, was wir noch besuchen wollen. Ein besonderer Höhepunkt ist die Hafenparty von MSC, der grössten Rederei mit 200’000 Mitarbeitern. Heute wird das Containerschiff MSC Germany getauft, das ist ein riesen Ereignis.

Nun bleibt uns noch der Sonntag. Um halb Zehn machen wir uns auf zur Elbphilharmonie. Zwei grossartige Stücke erwarten uns: Johann Sebastian Bachs Kantate für Sopran und Trompete: „Jauchzet Gott in allen Landen“ und Ludwig van Beethovens zweite Symphonie. Der grosse Star dieses Konzertes ist Herbert Blomstedt, der im Juli 2025 seinen 98. Geburtstag (hoffentlich noch) feiern kann. Er ist einer, der Jesus liebt und eine unwahrscheinliche Karriere erlebt hat. Trotz seines Alters und seiner körperlichen Gebrechen, führt er dieses klassische Ensemble zu einer eindrücklichen und bewegenden Aufführung. Der grosse Saal ist erfüllt von Lobpreis Gottes. Welch tiefes, berührendes Erlebnis! Dies ist für uns Höhepunkt und Abschluss unserer Hamburgreise. Sehr dankbar reisen wir nach dem Mittagessen wieder zurück nach Cuxhaven und Imsum. Erfüllt mit reichen Eindrücken und Dankbarkeit.

Am nächsten Tag gibts Entspanung im Moor-Bad in Bad Bederkesa, nicht weit von unserem Ferienort entfernt. Solebad, Sauna und viele bequeme Liegen an der Sonne, genau das Richtige für uns.

Anderntags starten wir früh an die Nordsee nach Bensersiel. Dort wartet Eliane Zbinden auf uns. Sie ist eine gute Freundin aus unserer CGV-Zeit. Mit ihr fahren wir auf die Insel Langeoog. Knapp eine Stunde dauert die Fahrt mit der Fähre zur Insel und dann geht es mit der Inselbahn ins Zentrum und zum Strand. Wir geniessen das Zusammensein mit Eliane an der warmen und sonnigen Küste. Eliane hatten wir früher in Marseille am Mittelmeer besucht, diesmal hier an der Nordsee. Es ist spannend, mit ihr auszutauschen über all die Jahre, die wir uns schon kennen und erlebt haben, wie Jesus uns auf allen Wegen geführt und geleitet hat. Eliane lebt heute als pensionierte Frau in der Kommunität „Zugvögel“ in Westerbur, Dornum. Seit ein paar Monaten ist sie aktiv im Leitungsteam mitverantwortlich. Uns freut es sehr, Elian zu sehen, wie sie aktiv in dieser Gemeinschaft steht.

Unseren letzten Tag hier an der Nordsee verbringen wir in der zweiten Hansestadt Bremen. Unsere Autofahrt beginnt eigentlich super blöd: Nach kurzer Strecke werden wir schon zum zweiten Mal am gleichen Ort geblitzt. Autsch. Morgen auf unserer Heimreise müssen wir schon wieder hier durchfahren. – Ich glaube, ich werde Martha bitten, diese Strecke zu fahren. Sie macht das sicher besser. 🤪

Also, in Bremen angekommen, suchen wir einen Parkplatz mitten im Centrum. (Ja in Bremen schreiben sie das mit einem C). Wir geniessen den Spaziergang in der Altstadt und haben uns zuvor die 10 Sehenswürdigkeiten von Bremen notieren lassen. Diese wunderschöne Stadt zeigt sich bei strahlendem Wetter und angenehmer Temperatur von ihrer besten Seite. Verwinkelte Gässchen, ein imposanter Dom, faszinierende Fassaden und natürlich die Bremer Stadtmusikanten gewinnen unsere Herzen im Nu.

Was für Ernst nicht fehlen darf, ist ein leckeres Fischbrötchen, von Fisch Jan. Hmm so fein.

Die Bremer Stadtmusikanten

So geht eine wunderschöne Reise zu Ende, und wir nehmen beim Sonnenuntergang am Deich Abschied von der Nordsee.

Der letzte Sonnenuntergang auf dem Deich

Unsere Reise nach Kolar Gold Fields: 5. bis 13. Februar 2025

Am 5. Februar starteten wir unsere Reise nach Bangalore, nach einem Zwischenstopp in Dubai. Dort wurden wir frühmorgens von Gladys, John Knox (Sohn von Pastor Frank und Sister Gladys) und einem Fahrer abgeholt. Die zweieinhalb stündige Fahrt nimmt uns rasch wieder voll hinein in die indische Kultur. Kühe, Schafe und Ziegen lümmeln auf der Autostrasse herum. In den Dörfern und Städten muss der Fahrer scharf abbremsen, weil die Bumps auf der Strasse horrend sind. Aber auch auf einer Autobahn kann plötzlich ein solches Hindernis auftauchen. – Nun, wir kommen gut in KGF an und freuen uns über die bekannten Gesichter, welche wir nun schon seit 20 Jahren besuchen.

Santosch ist wohl etwas über dreissig. Er ist einer der ersten, der mir begegnet. sofort fängt er an: „Du hast mir bei deinem letzten Besuch prophezeit, dass ich heiraten werde und Kinder bekomme!“ – Also, ich bin verheiratet und habe einen Sohn (dreieinhalb jährig). – Was für eine freudige Begrüssung.


Die Bethel Mission Church hat das Gebet im Herz ihrer Anliegen. Vom 1. bis 21. Februar veranstalten sie jeden Morgen ein Frühgebet von 5 bis 7 Uhr, gefolgt von einem reichhaltigen Frühstück für die etwa 500 Teilnehmer. Deshalb sind wir ja gekommen! Wir freuen uns auf dieses Zusammensein und die vielen Leute jeden Morgen zu sehen. So ein Gebetstreffen fängt an am Vortag mit dem Einkauf für das Frühstück. Etwa um Mitternacht beginnt das Kochteam in grossen Pfannen (etwa 1,20m Durchmesseer) den Reis zu kochen. Dann gibt es dazu ein Curry meist vegetarisch aber ab und zu auch mit Chicken.

Das Gebetstreffen ist einzigartig. Da wird gebetet für Familien, Kranke, Jugendliche, Kinder, Pastoren und ihre Familien, die Stadt und ganz Indien. Wie das passiert, kannst du in diesem Video sehen.


Ich hatte die Ehre und das Privileg, während dieser besonderen Tagen jeden Morgen zu predigen. Dies war eine grosse Herausforderung in mancherlei Hinsicht. Ich fragte den Heiligen Geist für ein Bibelwort und bekam Johannes Kapitel 6. Ich vertiefte mich in diese Verse bis ich gefüllt mit diesem Reichtum war. Dann stieg ich jeweils zur Kanzel und war getrost, dass ich das richtige Wort zur richtigen Zeit erhalten würde. – Es fühlte sich an, wie das „Wandeln auf Wasser“. Jeden Morgen konnte ich meinen Mund öffnen und erlebte, wie der HERR ihn füllte mit Autorität und Kraft. – Jeden Morgen gab es auf die Message Antworten von Menschen, welche betroffen waren und ermutigt und gestärkt wurden.

Was mir wiederum enorm bewusst wurde war die Tatsache der Geldvermehrung: Eintausend Schweizer Franken sind in Indien zurzeit 100’000 Indische Rupien. Natürlich sind die Preise in Indien für Nahrungsmittel etc auch gestiegen. Aber unsere Schweizer Währung hält dem enorm entgegen. In der Indischen Währung vervielfacht sich der Betrag, den wir nach KGF senden können. Und das hat mich sehr eermutigt und bestärkt, weiter zu machen, solange wir von unseren Sponsoren Geld bekommen.

Die Gemeinde in KGF hat enorm starke Herausforderungen durch zu stehen, die wir uns hier gar nicht vorstellen können. Sie kämpfen seit Jahren gegen sieben Gerichtsverfahren, welche gegen sie angestrengt werden. Diese Verfahren kosten einen Haufen Geld und werden immer wieder verschleppt. So sind einzelne bereits seit 20 Jahren hängig und können nicht beigelgt werden. Um was geht es? Es sind Verfahren gegen Land, welches sie geschenkt erhielten. Ein anderes geht um das Land auf dem die Kirche und das Wohnhaus stehen und einige andere Verfahren. Es ist für die Gemeinde und für Pastor Frank eine riesige Last.

Leider ist in der Zeit in der wir dort waren ein 20 jähriger Sohn eines Pastors verstorben. Er hatte vor zwei Monaten einen Motorradunfall. Die ganze Zeit war er im Koma bis er eben in dieser Woche verstarb. – Das Schlimme daran: Der Junge wollte von Jesus nichts wissen und wollte sein Leben in eigener Regie leben. Leider musste er auf diese tragische Weise sterben und die Eltern wurden dadurch enorm betrübt. – Was ein solcher Todesfall in Indien für Pastor Frank und Gladys bedeutet, bekamen wir hautnah mit: Nach einem sehr gefüllten Tag mit vielen Besuchen, mussten die zwei zur Trauerfamilie gehen und alles für die Beerdigung, welche am nächsten Tag stattfinden würde, besprechen. Um 1 Uhr nachts kamen sie nach hause und um 4 Uhr mussten sie für das Frühgebet wieder aufstehen und den Worship leiten. Die Beerdigung war also am nächsten Tag auf 14 Uhr angesagt. Wegen diversen Verspätungen fand sie dann um 17 Uhr statt und dauerte etwa zwei Stunden oder länger.

Eine besondere Freude bereiten uns immer auch die drei Kinderheime, die wir besuchen. Sehr erfreut hat uns, dass es in zwei Heimen gelungen ist, die Nachfolge der Heimeltern zu regeln. John Knox und seine Frau Priscilla leiten das Heim bei der Kirche in KGF. – In Bangarpet hat die Tochter des Pastors mit ihrem Mann die Leitung der Eltern übernommen, weil ihre Mutter Krebskrank wurde. – Es hat mich sehr ermutigt, dass in diesen Heimen eine Nachfolgeregelung gefunden werden konnte, welche sehr gut aussieht. – Irgendwann wird es sicher auch beim dritten Heim eine Nachfolge brauchen.

In den Heimen werden Kinder aufgenommen, welche aus irgendwelchen Gründen nicht bei ihren Eltern wohnen können. Es kommt vor, dass Säuglinge ausgesetzt werden, welche dann hier ein sehr gutes Heim finden. Hier bekommen sie Kleider, Nahrung und Schulbildung in einer christlichen Privatschule. Dies wird von der Gemeinde finanziert. Dazu folgendes: Wir haben echt gestaunt über das Opfer, welches am Sonntag zusammengetragen wurde. Es ist für uns das erste Mal, dass wir beobachteten, dass die Kirche wirklich eine beträchtliche Kollekte zusammenlegte. Die junge Generation hat Ausbildung und Arbeit und kann so in Zukunft die Kirche in Indien auch finanziell tragen.

Pastorentreffen in KGF. Etwa zwanzig Pastoren z.T. mit Ehefrau reisten an. Wir verbrachten eine kurze Zeit über Mittag mit ihnen und freuten uns sehr etwas zu hören von ihrem Ergehen. Die meisten sind sehr mutig und fröhlich. Aber einige tragen harte Lasten. Da sind mancherlei Krankheiten von Pastoren und Ehefrauen und gerade im letzten Jahr sind einige auch verstorben und hinterlassen eine grosse Lücke.
Zwei Pastoren, haben in ihren Familie einen behinderten erwachsenen Sohn. Michael war auch an diesem Treffen dabei. Er kann nicht gehen und wird deshalb in der Indischen Gesellschaft weitgehends ausgegrenzt. Er hat sein Studium als Lehrer mit Bestnoten abgeschlossen, aber er kann in Indien keine Stelle bekommen. Dieses Schicksal ist sehr hart.

Mit sehr vielen unterschiedlichen Gefühlen geht es nun wieder zurück nach hause.

Da unser Flug am Donnerstag, 13. Februar frühmorgens stattfindet, reisen wir in KGF schon am Mittwoch ab und kehren noch in meinem Lieblingsrestaurant „Tandoor“ in Bangalore ein. Alsdann gehts ins Hotel in Flughafennähe, von wo wir uns dann frühmorgens aufmachen und wieder zurück in die Schweiz fliegen.

Goodbye im TANDOOR

Vier unvergessliche Tage auf dem Stoos

Bevor wir in das neue Jahr eintreten, laden wir unsere vier Grosskinder ein zur Pizza-Pyjama-Sylvester-Party. Wir bestellen Pizzas, lassen eine Tischbombe fliegen und gehen nach draussen um ein paar Vulkane zu zünden. Danach heisst es „Ab ins Bett!“ und wir versuchen etwas zu schlafen, was uns wegen der Knallerei nicht so gut gelingt. Aber es war sehr cool mit den Kinder Sylvester zu erleben und die Eltern für die Nacht an der „Jesus First Conference“ frei zu setzen.

Am andern Tag gehts ab in die Berge!

Inmitten der majestätischen Berge der Innerschweiz erleben wir vier fantastische Tage auf dem Stoos. Die Anreise wählen wir über den Rapperswilerdamm, den Sattel nach Morschach. Von dort nehmen wir die Kabinenbahn hoch auf den Stoos am Fusse des Fronalpstocks.

Wunderschöner Wintertag

Mit dabei sind meine liebe Frau Martha sowie Heidi und Urs, die stolzen Eltern von Ruby, Elliott und Juda. Gemeinsam haben wir uns auf ein Abenteuer begeben, das uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Abenteuer im Schnee

Das Highlight unserer Ferien ist zweifellos die Zeit, die wir im Schnee verbringen. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir die verschneiten Hänge des Fronalpstocks mit unseren Schlitten unsicher gemacht. Die Kinder hatten riesigen Spaß und auch wir Erwachsenen konnten die Freude in vollen Zügen genießen.

Blick auf die Family und die beiden Mythen

Entspannung im Pool

Nach all dem Trubel im Schnee war der beheizte Pool der perfekte Ort, um zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen. Das warme Wasser und die wunderbare Aussicht auf die verschneiten Gipfel haben diese Momente zu etwas ganz Besonderem gemacht. Zwischendurch war Wellness angesagt. Verschiedene Saunen und der Whirlpool vor dem Hotel war für uns alle einzigartig. Der grösste Spass für die Kids war es, Eisbrocken einzusammeln und in den warmen Pool zu schmeissen.

Nach dem Schneefall mussten wir unbedingt einen Schneemann bauen. Natürlich spendete uns die Küche die Rüeblinase. 😀

Unser Schneemann!

Die gemeinsame Zeit mit unserer Familie war von unschätzbarem Wert. Wir haben zusammen gelacht, gespielt und wunderbare Gespräche geführt. Diese Reise hat unsere Bindungen gestärkt und uns allen unvergessliche Erinnerungen beschert.

Stoos by Night

Winternacht ist magic!

Wir sind dankbar für diese magischen Tage auf dem Stoos und freuen uns schon auf das nächste gemeinsame Abenteuer. 

Bis bald, ihr schneebedeckten Berge und blauer Himmel!

(KI unterstützt)