Unsere nächste Station: Orvieto…

ORVIETO ist eine richtige WAU-STADT in Umbrien. Es ist eine Stadt auf einem Felsen, die leuchtet in die Umgebung raus und strahlt seit mehr als tausend Jahre in das Umfeld. Was für ein Bollwerk in der Höhe. Deshalb kamen Händler, Fürsten, Päpste in diese Stadt. Martha und ich fanden eine wunderschöne Unterkunft und geniessen diese zwei Tage in vollen Zügen.

Unser BnB in Orvieto

Gerne nehme ich dich ein wenig mit in diese einzigartige Stadt. Eines musst du wissen, es geht Bergauf und -ab. Die Stadt ist ein einziges Fitnesstraining und gibt immer wieder neue überraschende Blicke frei. Komm mit in diese verträumten Gassen.

Der Brunnen von St. Patrick: Wer eine Stadt auf einem Berg baut, der braucht einen tiefen Brunnen. Stell dir mal vor, wie soll man mit einem einzigen Brunnen eine ganze Stadt mit Trinkwasser versorgen? Wenn man tief und breit genug bohrt, kann man es folgendermassen machen: man baut eine Wendeltreppe, auf welcher Esel runter laufen können bis auf den Grund. Dann giesst man die Wassersäcke voll und treibt die Esel auf einer zweiten Wendeltreppe mit etwa 250 Tritten wieder hoch, so dass sie sich nie begegnen. Dies die offizielle Erklärung. Ich habe aber eine etwas andere Erklärung gefunden: Die damaligen Erbauer dachten, es könnte ja einmal eine Coronapandemie die Besucher dieses Brunnen so ansteckend machen, dass es besser wäre, sie würden sich im runter- und raufgehen nie begegnen. So entstand dieser Brunnen.

La PORCHETTA: Über Mittag einen geeigneten Lunchplatz zu finden ist manchmal gar nicht so einfach. Heute wars ein riesen Hit. Bei einem Metzger, der Porchetta herstellt, liessen wir uns einen Fleisch- und Käseteller herrichten. Porchetta sieht aus wie eine überdimensionierte Wurst mit einzigartiger Würze. Alle möglichen Wurstwaren und geräuchter Schinken lagen auf unserem Teller. Dazu tolle Brote.

Nach einer langen Siesta gehen wir noch auf einen Abendspaziergang und geniessen den kühlenden Wind in den Gassen und auf den lauschigen Plätzen. Es wird Zeit Abschied zu nehmen von dieser Stadt.

Bye bye Vico Equenze…

Die Woche hier am Golf von Napoli ist nun zu Ende. Wir geniessen den letzten Abend hier und wissen, dass wir morgen das Zelt zusammenfalten und einpacken müssen. Übrigens wir sind auf allen Campingplätzen die einzigen, die ein Zelt haben. Heute ‚hat man einen Camper‘. Aber, wir sind auch die einzigen, welche den Vesuv bestiegen, Pompeii besucht und in Sorrent waren. Wir sind so flexibel, weil wir in unserem Golf rasch überall hin kommen. Weiter geniessen wir die Nächte im Zelt enorm, weil wir so der Natur ausgesetzt sind. Jetzt: letzte Nacht nach einem wahnsinnig guten Essen und dem Sonnenuntergang.

Vico Equenze Porto

Der Vesuv, was für ein Ausblick…

Nach langwierigem Ticketgerangel (natürlich wegen Corona) finden wir endlich die Möglichkeit, unsere Tickets zu kaufen und auszudrucken. Nun geht es immer weiter hoch, bis wir sehr weit oben auf dem Parkplatz ankommen. Und jetzt los zu Fuss nach oben bis zum Kraterrand. Wau, was für eine gewaltige Aussicht von diesem Kegel. Der majestätische Golf von Neapel mit den beiden Inseln Ischia und Capri. Wie wundervoll ist das!

Hier wird man konfrontiert mit der gewaltigen Zerstörungskraft dieses Vulkans. Man sieht die Lavaspuren der letzten Eruption von 1944, welche gemessen an der grossen Eruption aus dem Jahre 97 n.Chr. nur klein war. Aber was wirklich geschah in jenen Tagen als Pompeii und Herculanum untergingen, das ist schlicht nicht vorstellbar tragisch.

Pompeii

Was für ein super Erlebnis, diese einmalige, verschüttete Stadt zu besuchen, über die wir uns zuvor eingehend informiert haben. Bei strahlendem Sonnenschein beginnen wir unsere Tour beim Amphitheater. Es soll die älteste erhaltene Arena der Römer sein. – Eine Remiszenz an unsere Lockdowns zur Coronazeit: Als es im 1. Jh. zu Fankämpfen mit Toten und Verletzten kam, wurde die Arena für 10!!! Jahre geschlossen. (Da soll sich noch jemand über 2 Monate Lockdown beschweren).

Wir bestaunen die architektonischen Meisterleistungen dieser Villen und Bäder. Sehr beeindruckend finden wir die sensationellen Mosaikböden und Fresken.

Aber auch die dramatischen Momente des Vulkanausbruchs werden uns im Audioguide klar gemacht. Was für eine Katastrophe war dieser Vulkanausbruch im Jahre 79 n.Chr.

Gipsabdruck eines Verstorbenen

Matera…

Matera ist die Stadt der Felsenkirchen, der Höhlenwohnungen (Sasso/Sassi). Und im Jahr 2019 war sie als erste Stadt Italiens die Kulturhauptstadt Europas. Ebenso ist sie Weltkulturerbe der UNESCO. – Es ist aber auch die Stadt der Filme: Pier Paolo Pasolini drehte hier das Matthäusevangelium, Mel Gibson drehte die „Passion of Christ“ an diesem Ort und der neuste James Bond, welcher sicher bald in die Kinos kommt, wurde hier gedreht. – Es ist egal, was du schon alles über diese Stadt in der Provinz Basilikata gehört hast. Ob gute oder schlechte Berichte und Informationen. Das spielt alles keine Rolle: Du solltest Matera selber sehen. Wir reisten etwa 45 Minuten nach Matera. Als wir dort ankamen, sahen wir nichts, aber auch gar nichts von der historischen Stadt. Wir fragten am Strassenrand einen Mann und der verwies uns an die Leute vom Tourismusbüro. Nun kam die Parkplatzsuche. Doch wie durch ein Wunder fanden wir sehr nahe beim Zentrum einen gratis Parkplatz! Nach einigen Schritten standen wir an einem Platz, der Überblick über diese einmalige Stadt bot: Wau, ohh, yes!!! Das war sie also, diese einmalige Stadt, in welcher die Menschen in armseligen Höhlen (Sassi) mitsamt ihrem Vieh hausten. Was für eine Armut und Not herrschte hier in dieser Stadt. So schlimm war es, dass in den 1950er Jahren die Regierung die Bewohner evakuierte und in neue Siedlungen dislozierte. Vor allem deshalb, weil mit den Tieren und dem Trinkwasser schlimme Krankheiten z.B. Malaria die Menschen plagten.

Wir verbrachten fast vier Stunden treppauf, treppab in diesen Gassen. Immer wieder staunten wir über die neue Aussicht auf die Häuser, Plätze und Gässchen. Natürlich besuchten wir auch eine Nachbildung eines Sasso und einzelne Felsenkirchen mit Fresken, die uns beeindruckten. Wegen der Coronapandemie waren nicht viele Touris hier und das war für uns ein enormer Gewinn. Beeindruckt lauschten wir um 7 Uhr abends den mannigfaltigen Glocken der Stadt.

Glockengeläute über Matera

Danach suchten wir uns eine Osteria in der es lokale Kost zu geniessen gab. Martha genoss die Orrechiette mit Käse und Peperochini und ich bekam einen Teller mit Lammkotelets und Salat. Einzigartig diese Gastfreundschaft mit der bekömmlichen Italienischen Küche des Südens.

Zu guter Letzt wollten wir uns von dieser Stadt mit einem kurzen Abendspaziergang verabschieden. Mit der warmen Beleuchtung erhält die Stadt noch einmal ein ganz anderes wohltuendes Gesicht. Ciao Matera. Danke für diesen grossartigen Tag.