Bye bye Vico Equenze…

Die Woche hier am Golf von Napoli ist nun zu Ende. Wir geniessen den letzten Abend hier und wissen, dass wir morgen das Zelt zusammenfalten und einpacken müssen. Übrigens wir sind auf allen Campingplätzen die einzigen, die ein Zelt haben. Heute ‚hat man einen Camper‘. Aber, wir sind auch die einzigen, welche den Vesuv bestiegen, Pompeii besucht und in Sorrent waren. Wir sind so flexibel, weil wir in unserem Golf rasch überall hin kommen. Weiter geniessen wir die Nächte im Zelt enorm, weil wir so der Natur ausgesetzt sind. Jetzt: letzte Nacht nach einem wahnsinnig guten Essen und dem Sonnenuntergang.

Vico Equenze Porto

Der Vesuv, was für ein Ausblick…

Nach langwierigem Ticketgerangel (natürlich wegen Corona) finden wir endlich die Möglichkeit, unsere Tickets zu kaufen und auszudrucken. Nun geht es immer weiter hoch, bis wir sehr weit oben auf dem Parkplatz ankommen. Und jetzt los zu Fuss nach oben bis zum Kraterrand. Wau, was für eine gewaltige Aussicht von diesem Kegel. Der majestätische Golf von Neapel mit den beiden Inseln Ischia und Capri. Wie wundervoll ist das!

Hier wird man konfrontiert mit der gewaltigen Zerstörungskraft dieses Vulkans. Man sieht die Lavaspuren der letzten Eruption von 1944, welche gemessen an der grossen Eruption aus dem Jahre 97 n.Chr. nur klein war. Aber was wirklich geschah in jenen Tagen als Pompeii und Herculanum untergingen, das ist schlicht nicht vorstellbar tragisch.

Pompeii

Was für ein super Erlebnis, diese einmalige, verschüttete Stadt zu besuchen, über die wir uns zuvor eingehend informiert haben. Bei strahlendem Sonnenschein beginnen wir unsere Tour beim Amphitheater. Es soll die älteste erhaltene Arena der Römer sein. – Eine Remiszenz an unsere Lockdowns zur Coronazeit: Als es im 1. Jh. zu Fankämpfen mit Toten und Verletzten kam, wurde die Arena für 10!!! Jahre geschlossen. (Da soll sich noch jemand über 2 Monate Lockdown beschweren).

Wir bestaunen die architektonischen Meisterleistungen dieser Villen und Bäder. Sehr beeindruckend finden wir die sensationellen Mosaikböden und Fresken.

Aber auch die dramatischen Momente des Vulkanausbruchs werden uns im Audioguide klar gemacht. Was für eine Katastrophe war dieser Vulkanausbruch im Jahre 79 n.Chr.

Gipsabdruck eines Verstorbenen

Matera…

Matera ist die Stadt der Felsenkirchen, der Höhlenwohnungen (Sasso/Sassi). Und im Jahr 2019 war sie als erste Stadt Italiens die Kulturhauptstadt Europas. Ebenso ist sie Weltkulturerbe der UNESCO. – Es ist aber auch die Stadt der Filme: Pier Paolo Pasolini drehte hier das Matthäusevangelium, Mel Gibson drehte die „Passion of Christ“ an diesem Ort und der neuste James Bond, welcher sicher bald in die Kinos kommt, wurde hier gedreht. – Es ist egal, was du schon alles über diese Stadt in der Provinz Basilikata gehört hast. Ob gute oder schlechte Berichte und Informationen. Das spielt alles keine Rolle: Du solltest Matera selber sehen. Wir reisten etwa 45 Minuten nach Matera. Als wir dort ankamen, sahen wir nichts, aber auch gar nichts von der historischen Stadt. Wir fragten am Strassenrand einen Mann und der verwies uns an die Leute vom Tourismusbüro. Nun kam die Parkplatzsuche. Doch wie durch ein Wunder fanden wir sehr nahe beim Zentrum einen gratis Parkplatz! Nach einigen Schritten standen wir an einem Platz, der Überblick über diese einmalige Stadt bot: Wau, ohh, yes!!! Das war sie also, diese einmalige Stadt, in welcher die Menschen in armseligen Höhlen (Sassi) mitsamt ihrem Vieh hausten. Was für eine Armut und Not herrschte hier in dieser Stadt. So schlimm war es, dass in den 1950er Jahren die Regierung die Bewohner evakuierte und in neue Siedlungen dislozierte. Vor allem deshalb, weil mit den Tieren und dem Trinkwasser schlimme Krankheiten z.B. Malaria die Menschen plagten.

Wir verbrachten fast vier Stunden treppauf, treppab in diesen Gassen. Immer wieder staunten wir über die neue Aussicht auf die Häuser, Plätze und Gässchen. Natürlich besuchten wir auch eine Nachbildung eines Sasso und einzelne Felsenkirchen mit Fresken, die uns beeindruckten. Wegen der Coronapandemie waren nicht viele Touris hier und das war für uns ein enormer Gewinn. Beeindruckt lauschten wir um 7 Uhr abends den mannigfaltigen Glocken der Stadt.

Glockengeläute über Matera

Danach suchten wir uns eine Osteria in der es lokale Kost zu geniessen gab. Martha genoss die Orrechiette mit Käse und Peperochini und ich bekam einen Teller mit Lammkotelets und Salat. Einzigartig diese Gastfreundschaft mit der bekömmlichen Italienischen Küche des Südens.

Zu guter Letzt wollten wir uns von dieser Stadt mit einem kurzen Abendspaziergang verabschieden. Mit der warmen Beleuchtung erhält die Stadt noch einmal ein ganz anderes wohltuendes Gesicht. Ciao Matera. Danke für diesen grossartigen Tag.

Und weiter geht es nach Paligiano

Ja, Google zeichnet unseren Weg auf seiner Map so deutlich auf:

Wir verlassen Torre Rinalda und fahren rüber nach Paligiano am Golf von Tarent. Unser erster Stop ist die Weinkellerei Cantina di San Marzano di Giuseppe. Hier wird der einzigartige Primitivo Sessantanni produziert. Leider ist der Verkaufsraum nicht wirklich toll. Da könnten sie echt mehr draus machen. Aber trotzdem, es ist spannend die Gegend und die Produktionsstätte dieses einmaligen Primitivo zu besuchen.

Unterwegs halten wir in einem kleinen Städtchen Grotaglie, welches so reizvoll daher kommt. Wunderschöne Gässchen, welche nicht auf den modernen Verkehr vorbereitet sind. Diese morbiden Fassaden haben das gewisse Etwas, welches uns einfach gefällt.

Unser nächster Halt ist die „Stadt auf dem Berg“: Massafra. Bekannt ist dieses „Jerusalem Italiens“, wegen der Wohnhöhlen und der über 50 Grottenkirchen mit sehr schönen, gut erhaltenen Malereien. Weshalb sind diese hier? Im 8. und 9. Jahrhundert flohen Mönche aus Kleinasien in diese Gegend, weil es in dieser Zeit bilderfeindliche Gesetze gab und die Ikonenmalerei verboten wurde. Leider konnten wir wegen der Corona Pandemie, weder die Höhlen, noch die Kirchen besuchen. Die Stadt auf den Hügeln mit prächtiger Aussicht auf Tarent wird wegen ihres Aussehens aus der Ferne gerne das Jerusalem Italiens bezeichnet.