Agrigento – Das Tal der Tempel

Wir sind im Süden Siziliens angekommen und wohnen in einem kleinen B&B gleich am Meer. Also, das ‚gleich‘ ist etwas übertrieben: vor dem Haus ist eine vielnefahrene Strasse und gegenüber eine Strandbeiz mit DJ. Es läuft also etwas vor unserem Schlafzimmer. Aber c’est la vie! Wir geniessen unsere Ferien in San Leone.

Kulinarisch: Doctor Fish hier am Ort ist ein sensationelles Restaurant, das wir gestern besuchten. Heute Abend waren wir im Mirasole: prope voll! Also nicht wir, sondern das Restaurant. Meine Spaghetti Vongole waren grossartig!

Von unserer Wirtin, welche selber im Tal der Tempel arbeitet, bekamen wir den Tip, erst nach fünf Uhr diese Ausgrabungsstätte, welche zu den Welt Unesco Schätzen gehört, zu besuchen. Martha meint, das war der Touritipp des Jahrhunderts. Sehr wenige Besucher und angenehme Temperaturen mit einem kühlen Lüftchen. Wir besteigen beim unteren Eingang der Anlage ein Taxi, welches uns zum oberen Eingang bringt. Von dort beginnen wir unseren stündigen Spaziergang, leicht bergab wieder zu unserem Auto.

Hier stehen also Überresten einer Stadt mit ihren Tempeln aus dem 6. bis 4. Jahrhundert vor Christus. Griechen, Karthager und Römer wechselten hier als Herrscher einander ab. Ein faszinierender Ort und immer wieder das wohltuende Blau des Mittelmeeres im Hintergrund. Wir geniessen es, auf den breiten Wegen, wie auch über die Trümmerlandschaft zu spazieren. Vom nahegelegenen Agrigent erklingt mehrmals das typischen Glockengeläut des Südens.

Palermo – Hauptstadt Siziliens

Heute machen wir uns auf nach Palermo. Weil die Bahnstation Casteldaccia gerade um die Ecke ist, wollen wir den Zug nehmen. Beim Tabacchi holen wir uns die Retourtickets und dann sind wir bereit für die 25minütige Fahrt. Aber ohalätz: der Fahrplan unserer Wirtin stimmt überhaupt nicht mit den Fahrzeiten der Italienischen Staatsbahnen überein. Henu, wir haben Ferien und warten nochmals eine halbe Stunde auf unsere Küstenfahrt ins Herz von Palermo. Endlich steigen wir aus bei Palermo Centrale und gehen zu Fuss die Via Roma hoch. Dann zweigen wir ab zu den beiden Kirchen beim Rathaus: San Cataldo und La Martorana. Wir fragen uns schon beim Blick auf den Stadtplan, weshalb Palermo wohl so viele Kathedralen, Kirchen und Basiliken hat. Alle paar Meter könnte man ein Kirchengebäude bestaunen.

La Martorana beeindruckt uns mit den einzigartig feinen und ausdrucksstarken Mosaiken. Die Gesichter sind so eindrücklich dargestellt. Wir finden dies super. Weiter bei der Universität vorbei zur Kreuzung der Via Maqueda und der Via Vittorio Emanuele: Richtig, hier am Platz Quatro Canti hat ein Architekt mal richtig gezaubert. Zugegeben, ich bin ein Symmetriefreak! Was ich hier sehe, übertrifft bei weitem meine Erwartungen. Ein Kreisrunder Platz an dem sich zwei Strassen rechteckig treffen. An jeder Hausfassade ein Brunnen, je drei Statuen übereinander.

Weiter gehts zu der Cattedrale, welche eine einzigartige Anlage mit den vier Türmen und der Kuppel darstellt. Besonders berührt hat uns der Pater (seinen Namen habe ich vergessen), welcher für die Armen Palermos und dieser Region kämpfte und schliesslich 1992 von der Mafia ermordet wurde. Ein starkes Zeugnis zeigt sein Leben. Er war überzeugt, dass es für die jungen, verwahrlosten Sizilianer eine Alternative zum Mafiosiberuf gibt. Doch da waren die „Paten“ anderer Meinung und brachten ihn um, nachdem sie ihn gefoltert hatten.

Zur Erholung geniessen wir eine einstündige Tour durch die Strassen Palermos und sind danach wieder fit für den Weg zur Station Palermo Centrale. Dieser führt uns durch den alten Markt Mercato Balarò. Typisch ist, dass die Händler mit Schreien und Singen ihre Ware anbieten und versuchen einander zu übertönen.

Schon wartet unser Zug auf uns, der uns in einwr knappen halben Stunde zurück nach Casteldaccia bringt.

P.S. Übrigens: nein, die Mumien in den Kapuziner-Katakomben haben wir uns nicht angeschaut. Es hat dort genügend Zuschauer.

Taormina

Ja, die Menschen der antiken Kulturen wussten, wo man bauen musste um die einzigartige Aussicht, die Fruchtbarkeit der Böden und den Spektakel des Ätnas geniessen zu können. An der Ostküste Siziliens mit Ausblick auf Kalabrien und die Strasse von Messina kleben die Häuser an den Felsen von Taormina. Die einzigartige Aussicht auf die lieblichen Hänge des etwas schneebedeckten aktiven Vulkans sind schlicht atemberaubend. Unten die malerischen Buchten des Jonischen Meeres mit den Gärten von Giardina Naxos. Einfach ein traumhafter Tag! Im Juni gibt es bei der Gondelbahn sogar noch Parkplätze und der sanfte und mühelose Aufstieg mit den Gondeln ist schon alleine eine Augenweide.

Das antike Theater wurde seit jeher sorgsam umgebaut, gepflegt und auch nach Erdbeben wieder aufgebaut. Mal als klassisches Theater, dann aber auch als Amphitheater genutzt, bot es in seinen besten Zeiten wohl gegen 10’000 Menschen Platz. Heutzutage reisen bis zu 4’000 Besucher für Opern und Konzerte an. Man stelle sich dies bloss mal vor: Die Aida wird gespielt und im Hintergrund bläst der Ätna gerade eine seiner feurigen Eruptionen in die Luft. Spektakulärer geht es kaum.

Natürlich dürfen bei uns auch die sizilianisch kulinarischen Kostbarkeiten nicht zu kurz kommen und wir geniessen die kleinen Boutiquen und die Souvenirshops. Es braucht ja nicht unbedingt ein Valentino, Guggi, Prada oder Dolce & Gabana zu sein.

Sizilien – Dolce far niente…

Nach der Hochzeit unserer Nichte am Samstag, sind wir Sonntagmorgen früh um 5 Uhr gestartet in Basel, um den Flug nach Catania zu erreichen. 😆

Nach zwei Stunden Flug ging es gleich weiter mit dem Mietauto Richtung Norden nach St, Teresa di Riva. Gleich gegenüber sehen wir die Küste von Kalabrien. Ein wundervoller Abend in einem Beachrestaurant bringt unseren ersten Abend hier zum Ende.

Am zweiten Tag wollen wir den Vulkan Ätna soweit wie möglich besteigen. Also los in unseren Fiat Panda Richtung Catania und dann hoch in den unendlich scheinenden Kehren nach Nicolosi Nord auf 1910 müM. Entlang der Strasse sehen wir die Lavamassen, welche 2001 von einem Seitenvulkan bis fast nach Nicolosi hinunter donnerten. Es ist unser erstes Vulkanerlebnis und wir sind sehr beeindruckt von diesem. Oben sehen wir die Rauchfahne des Ätnas. Er ist der aktivste Vulkan der Erde. Jederzeit kann er wieder losschiessen und zur gewaltigen Gefahr für diese Insel werden. Die letzten Eruptionen waren 2015! Also vor kurzer Zeit.

Wir enstscheiden uns für den Seilbahntrip und wollen dann den Krater von 2001: Monte Escrivá, zu Fuss ersteigen, in dem sich noch heute kleine Rauchwölkchen zeigen. Dieser Trip ist für uns goldrichtig. Wir kraxeln den Schuttkegel hoch: zwei Schritte hoch und rutschen einen zurück. Wir können bloss sagen: Eindrücklich ist dieser Ausflug zu diesem Naturereignis.

Auf dem Weg nach Düsseldorf…

Seit gestern sind wir unterwegs nach Düsseldorf. Weshalb? Wir erwarten in diesen Tagen unser drittes Enkelkind und wollen Urs, Heidi und eben unser neues Grosskind in Kaiserswerth besuchen. Oh, wie war dies spannend in den letzten Tagen. Immer wieder hörten wir, dass die Zeit der Geburt näher rückt und heute morgen um 9 Uhr war es soweit: Ruby Love, unser drittes Enkelkind erblickte munter und zufrieden das Licht der Welt. Und dies tatsächlich am 4. Geburtstag unseres ältesten Enkels Sean Alexander!

Wir fuhren in der Zwischenzeit von Schwerzenbach nach Maikammer in der Pfalz. Was für ein putziges Dorf an der Weinstrasse. Danach fuhren wir weiter nach Speyer, wo wir den 1000 jährigen Dom besuchten mit der grössten romanischen Krypta und den Kaisergräbern. Selbstverständlich beehrten wir auchKaiser Rudolf von Habsburg, welcher die Habsburger Kaiserdynastie begründete. Übrigens, er starb im Juli 1291. Ob dieser Tod einen Einfluss darauf hatte, dass sich die Eidgenossen kurz danach, anfangs August, auf dem Rütli zur Gründung der Eidgenossenschaft trafen?

Danach fuhren wir weiter nach Heidelberg, wo wir jetzt im Hotel übernachten. Schade ist die Bise so stark, es macht wirklich keinen Spass, die Stadt zu erkunden. Einfach zu kalt und zu nass. 😭.

Morgen fahren wir weiter nach Düsseldorf. Wir freuen uns auf den nächsten Abschnitt unserer Reise.