Australien: 20. August bis 3. November: Der Figtree im Regenwald

Ich bin jedesmal beeindruckt, wenn ich im Regenwald einen Figtree (Ficus) sehe. Da stand einmal vor vielen Jahren z.B ein mächtiger Eucalyptusbaum im Wald. Er ragte hoch bis zu den anderen Regenwaldbäumen und bildete gemeinsam mit ihnen das einzigartige Regenwalddach. Eines Morgens besuchte ihn ein kleiner Vogel, der irgendwo eine Beere eines Ficus gegessen hatte. Just in dem Moment, als der Vogel auf dem Eucalyptusast stand entfuhr ihm der Vogeldreck mitsamt eines kleinen Ficussamen. Dieser blieb am Eucalyptus kleben und gedieh dort prächtig. Er wuchs nicht gross nach oben, sondern vor allem nach unten. Seine Wurzeln verfielfältigen sich und schleichen sich immer weiter von hoch oben auf den Boden zu. Immer mehr Wurzeln sendet er rund um den Baum nach unten, bis er den einst schönen Baum erdrosselt und dieser stirbt. Wenn er dann kippt ergibt dies einen wunderschönen Curtain Figtree oder auf Deutsch einen „Vorhang Feigenbaum“.
Wir haben auf unserer Australienreisen an der Ostküste so manchen dieser Bäume angetroffen und jeder ist wieder für sich ein besonderes Exemplar, welches uns faszinierte.

Aus Wikipedia:

Der Curtain Fig Tree ist eine Würgefeige der Art Ficus virens. Normalerweise keimen diese Pflanzen in den Kronen anderer Bäumen und bilden dann Wurzeln aus um den Boden zu erreichen. Wenn dieser wichtige Schritt vollzogen ist, beschleunigt sich das Wachstum der Feige, die Luftwurzeln werden dicker und vernetzen sich. Nach hunderten von Jahren töten sie schließlich den Wirtsbaum, der langsam verrottet. Die Feige kann jetzt selbständig weiterwachsen. Im Falle des Curtain Fig ist der Wirtsbaum während dieses Prozesses gekippt, sodass die Luftwurzeln mit bis zu 15 Metern Länge als Vorhang Richtung Boden gewachsen sind. Die Würgefeige ist 50 m hoch, hat einen Stammumfang von 39 m und ist geschätzte 500 Jahre alt.

Byron Bay – ein Ort zum Träumen

Wir verbringen gerade vier einzigartige Tage in Byron Bay. Wir befinden uns hier am östlichsten Punkt des Australischen Festlandes. Unsere Unterlunft in einer Ferienwohnung sehr nahe am Beach ist ein kleines Bijou. Wir geniessen diese Tage hier, als wären wir gerade in unserem Honeymoon. Das sind wir ja auch tatsächlich. Nicht in unserem ersten, sondern im vierzigsten. Heute unternahmen wir einen genussvollen Spaziergang zu einem der wundervollen Beaches und dann weiter zum östlichsten Punkt Australiens. Das Meer ist lebendig, die Brandung lädt die Cracks zum Surfen ein und wir geniessen den Ausblick in die Ferne. Tief unter uns versammeln sich einige Delphine und tummeln sich im tiefblauen Wasser.
Abends gehen wir zu Fuss ins Dorf. Byron Bay wimmelt von surfbegeisterten Jugendlichen und wir haben den Eindruck wir seien wieder zurück in den Flowerpower Jahren Ende der Sechziger. Dreadlocks, ein Joint, ein Bier und eine Gitarre und das Leben ist cool. Ja, Byron Bay und das 70 km entfernte Städtchen Nimbin sind das Mekka der Australischen Hippiebewegung. Peace, Peace haben sie sich auf die Fahne geschrieben. Schön wäre es, sie könnten dies auch wirklich erleben.

Fraser Island – die grösste Sandinsel der Welt.

19.-23. 10.: Der Wetterbericht klingt nicht so super für unseren bevorstehenden Inseltrip. Trotzdem fahren wir los und werden auf dem Weg so richtig durchgewaschen. Doch bei unserer Ankunft an der Fähre scheint die Sonne und begleitet uns die kommenden Tage. Frazer Island bedeutet herrliche Natur und Adventure pur. Seeadler gleiten über uns. Meeresschildkröten können wir vom Indian Head aus beobachten und am Strand treffen wir auf zwei Dingos.
Das Campen geniessen wir aus vollen Zügen. Draussen im Nationalpark auf einem grossen Camp. Der Ranger besucht uns nachdem wir unsere Zelte und die Marquise aufgebaut haben. Er macht uns darauf aufmerksam, dass gerade hier bei Regenwetter ein grösserer See entstehen wird. 😨😨😨. Also nochmals packen und die Zelte und grosse Marquise im Dunkeln aufstellen.
Am nächsten Tag gehts los auf Entdeckungsreise. Es gibt so viele spannende Ziele: Indians Head, das Maheno Schiffswrack, die verschiedenen Seen im Inland wie z.B der Lake McKenzie, der Lake Wabby mit den Sanddünen, die Central Station, der Eli Creek mit seinem klaren Wasser oder der Mount Sandblow, welcher aus einer beeindruckenden Wüstenlandschaft besteht.
Eins ums andere fahren wir an und erleben diesen traumhaften Fleck unserer Erde.
Adventure pur fängt schon am 90 km langen Sandstrand an. 4×4 ist angesagt und wir rasen mit 80 Sachen über diese Piste, vorausgesetzt, die Gezeiten lassen dies zu. Immer wieder plumbsen wir über ein Bachbett, dass es nur so spritzt! Sandfahren ist nicht so einfach. Man muss auf Überraschungen gefasst und stets damit rechnen, dass Fischer, andere Autos oder Menschen am Strand sich der Gefahren nicht bewusst sind. Aber Hannes ist mir ein super Fahrlehrer, der alle Tricks und Kniffe aus dem FF kennt.
Zwei Nächte sind für unser Billigzelt eine grosse Herausforderung. Es giesst aus Kübeln während Stunden. Oh wie sind wir froh, dass am anderen Morgen wieder die Sonne scheint und alles bestens trocknen kann! Wir geniessen jeweils die Frühstückzeit mit Speck, Spiegeleiern und feinem Brot, das Susi selbst gebacken hat. Zwei grosse Guanas kommen jeweils pünktlich daher, um uns zu begrüssen.
Der Abschied von diesem Paradies fällt uns schwer. Wir richten uns nach dem Niedrigwasser und fahren 76 km zurück zur Fähre, die uns bei stürmischer See und Gewitter wieder sicher aufs Festland bringt.

Gebet im Thai-Restaurant

Wir befinden uns auf einer Reise in den Outback. Hannes und Susi stellen uns ihren nigelnagelneuen Isuzu dafür zur Verfügung. Wir fahren am Samstagmittag los Richtung Westen. Zuerst das Küstengebirge hoch, dann wieder hinunter, und jetzt erreichen wir das unwahrscheinlich fruchtbare Farmland. Ich habe noch nie so riesige Getreidefelder gesehen. Und das Korn ist reif zur Ernte! Über Goodiwindi nach Boomi führt uns der Weg nach Moree in NSW. Kilometerweit fahren wir die schnurgeraden Strassen durch den Outback. Alles flach wie ein Waschbrett. Aber noch lange nicht in der wüstenähnlichen Steppe mit Alice Springs und dem Ayers Rock.
Hier in Moree lesen wir vom neu erbauten „Artesian Spa“. Das wollen wir kennen lernen. Eine wunderschöne Wasserlandschaft erwartet uns mit vielen verschiedenen Wasserbecken und Rutschbahnen. Wassertemperatur von 40 bis etwa 28 Grad Celsius! Wie ist das möglich? – In dieser Gegend hat es das grösste artesische Becken der Welt. Es umfasst ein Viertel Australiens und gerade hier in Moree gibt es einige Quellen davon. Weil das Wasser in der Tiefe unter grossem Druck steht, fliesst es von selber in diese Wasseranlagen. (Siehe mehr dazu: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_Artesisches_Becken)

Doch nun zur Überschrift: abends gehen wir zum Essen ins nahe gelegene Thai-Restaurant. Es ist noch früh und es hat kaum Gäste. Nach und nach füllt sich der Raum und wir geniessen das feine Essen. Bevor wir gehen, gibt es eine Unruhe bei einem älteren Ehepaar an einem Nachbartisch. Der Ehemann kümmert sich um seine Frau, welche nach Atem ringt und hustet. Dann kommt die Thai-Wirtin und neigt sich zu ihr. Aus meinen Augenwinkeln sehe ich, dass die Frau mit ihrem Gast betet. Wir sprechen beim Bezahlen die Wirtin an und erfahren, dass sie Jesus lieb hat und gerne auch mit Gästen betet. Wir freuen uns miteinander über das gegenseitige Kennenlernen.
Beim Verabschieden spüren wir die grosse Liebe zu Jesus Christus aus der Begegnung mit dieser Thailänderin und gehen froh weiter zu unserem Motelzimmer.