Unsere Reise nach Kolar Gold Fields: 5. bis 13. Februar 2025

Am 5. Februar starteten wir unsere Reise nach Bangalore, nach einem Zwischenstopp in Dubai. Dort wurden wir frühmorgens von Gladys, John Knox (Sohn von Pastor Frank und Sister Gladys) und einem Fahrer abgeholt. Die zweieinhalb stündige Fahrt nimmt uns rasch wieder voll hinein in die indische Kultur. Kühe, Schafe und Ziegen lümmeln auf der Autostrasse herum. In den Dörfern und Städten muss der Fahrer scharf abbremsen, weil die Bumps auf der Strasse horrend sind. Aber auch auf einer Autobahn kann plötzlich ein solches Hindernis auftauchen. – Nun, wir kommen gut in KGF an und freuen uns über die bekannten Gesichter, welche wir nun schon seit 20 Jahren besuchen.

Santosch ist wohl etwas über dreissig. Er ist einer der ersten, der mir begegnet. sofort fängt er an: „Du hast mir bei deinem letzten Besuch prophezeit, dass ich heiraten werde und Kinder bekomme!“ – Also, ich bin verheiratet und habe einen Sohn (dreieinhalb jährig). – Was für eine freudige Begrüssung.


Die Bethel Mission Church hat das Gebet im Herz ihrer Anliegen. Vom 1. bis 21. Februar veranstalten sie jeden Morgen ein Frühgebet von 5 bis 7 Uhr, gefolgt von einem reichhaltigen Frühstück für die etwa 500 Teilnehmer. Deshalb sind wir ja gekommen! Wir freuen uns auf dieses Zusammensein und die vielen Leute jeden Morgen zu sehen. So ein Gebetstreffen fängt an am Vortag mit dem Einkauf für das Frühstück. Etwa um Mitternacht beginnt das Kochteam in grossen Pfannen (etwa 1,20m Durchmesseer) den Reis zu kochen. Dann gibt es dazu ein Curry meist vegetarisch aber ab und zu auch mit Chicken.

Das Gebetstreffen ist einzigartig. Da wird gebetet für Familien, Kranke, Jugendliche, Kinder, Pastoren und ihre Familien, die Stadt und ganz Indien. Wie das passiert, kannst du in diesem Video sehen.


Ich hatte die Ehre und das Privileg, während dieser besonderen Tagen jeden Morgen zu predigen. Dies war eine grosse Herausforderung in mancherlei Hinsicht. Ich fragte den Heiligen Geist für ein Bibelwort und bekam Johannes Kapitel 6. Ich vertiefte mich in diese Verse bis ich gefüllt mit diesem Reichtum war. Dann stieg ich jeweils zur Kanzel und war getrost, dass ich das richtige Wort zur richtigen Zeit erhalten würde. – Es fühlte sich an, wie das „Wandeln auf Wasser“. Jeden Morgen konnte ich meinen Mund öffnen und erlebte, wie der HERR ihn füllte mit Autorität und Kraft. – Jeden Morgen gab es auf die Message Antworten von Menschen, welche betroffen waren und ermutigt und gestärkt wurden.

Was mir wiederum enorm bewusst wurde war die Tatsache der Geldvermehrung: Eintausend Schweizer Franken sind in Indien zurzeit 100’000 Indische Rupien. Natürlich sind die Preise in Indien für Nahrungsmittel etc auch gestiegen. Aber unsere Schweizer Währung hält dem enorm entgegen. In der Indischen Währung vervielfacht sich der Betrag, den wir nach KGF senden können. Und das hat mich sehr eermutigt und bestärkt, weiter zu machen, solange wir von unseren Sponsoren Geld bekommen.

Die Gemeinde in KGF hat enorm starke Herausforderungen durch zu stehen, die wir uns hier gar nicht vorstellen können. Sie kämpfen seit Jahren gegen sieben Gerichtsverfahren, welche gegen sie angestrengt werden. Diese Verfahren kosten einen Haufen Geld und werden immer wieder verschleppt. So sind einzelne bereits seit 20 Jahren hängig und können nicht beigelgt werden. Um was geht es? Es sind Verfahren gegen Land, welches sie geschenkt erhielten. Ein anderes geht um das Land auf dem die Kirche und das Wohnhaus stehen und einige andere Verfahren. Es ist für die Gemeinde und für Pastor Frank eine riesige Last.

Leider ist in der Zeit in der wir dort waren ein 20 jähriger Sohn eines Pastors verstorben. Er hatte vor zwei Monaten einen Motorradunfall. Die ganze Zeit war er im Koma bis er eben in dieser Woche verstarb. – Das Schlimme daran: Der Junge wollte von Jesus nichts wissen und wollte sein Leben in eigener Regie leben. Leider musste er auf diese tragische Weise sterben und die Eltern wurden dadurch enorm betrübt. – Was ein solcher Todesfall in Indien für Pastor Frank und Gladys bedeutet, bekamen wir hautnah mit: Nach einem sehr gefüllten Tag mit vielen Besuchen, mussten die zwei zur Trauerfamilie gehen und alles für die Beerdigung, welche am nächsten Tag stattfinden würde, besprechen. Um 1 Uhr nachts kamen sie nach hause und um 4 Uhr mussten sie für das Frühgebet wieder aufstehen und den Worship leiten. Die Beerdigung war also am nächsten Tag auf 14 Uhr angesagt. Wegen diversen Verspätungen fand sie dann um 17 Uhr statt und dauerte etwa zwei Stunden oder länger.

Eine besondere Freude bereiten uns immer auch die drei Kinderheime, die wir besuchen. Sehr erfreut hat uns, dass es in zwei Heimen gelungen ist, die Nachfolge der Heimeltern zu regeln. John Knox und seine Frau Priscilla leiten das Heim bei der Kirche in KGF. – In Bangarpet hat die Tochter des Pastors mit ihrem Mann die Leitung der Eltern übernommen, weil ihre Mutter Krebskrank wurde. – Es hat mich sehr ermutigt, dass in diesen Heimen eine Nachfolgeregelung gefunden werden konnte, welche sehr gut aussieht. – Irgendwann wird es sicher auch beim dritten Heim eine Nachfolge brauchen.

In den Heimen werden Kinder aufgenommen, welche aus irgendwelchen Gründen nicht bei ihren Eltern wohnen können. Es kommt vor, dass Säuglinge ausgesetzt werden, welche dann hier ein sehr gutes Heim finden. Hier bekommen sie Kleider, Nahrung und Schulbildung in einer christlichen Privatschule. Dies wird von der Gemeinde finanziert. Dazu folgendes: Wir haben echt gestaunt über das Opfer, welches am Sonntag zusammengetragen wurde. Es ist für uns das erste Mal, dass wir beobachteten, dass die Kirche wirklich eine beträchtliche Kollekte zusammenlegte. Die junge Generation hat Ausbildung und Arbeit und kann so in Zukunft die Kirche in Indien auch finanziell tragen.

Pastorentreffen in KGF. Etwa zwanzig Pastoren z.T. mit Ehefrau reisten an. Wir verbrachten eine kurze Zeit über Mittag mit ihnen und freuten uns sehr etwas zu hören von ihrem Ergehen. Die meisten sind sehr mutig und fröhlich. Aber einige tragen harte Lasten. Da sind mancherlei Krankheiten von Pastoren und Ehefrauen und gerade im letzten Jahr sind einige auch verstorben und hinterlassen eine grosse Lücke.
Zwei Pastoren, haben in ihren Familie einen behinderten erwachsenen Sohn. Michael war auch an diesem Treffen dabei. Er kann nicht gehen und wird deshalb in der Indischen Gesellschaft weitgehends ausgegrenzt. Er hat sein Studium als Lehrer mit Bestnoten abgeschlossen, aber er kann in Indien keine Stelle bekommen. Dieses Schicksal ist sehr hart.

Mit sehr vielen unterschiedlichen Gefühlen geht es nun wieder zurück nach hause.

Da unser Flug am Donnerstag, 13. Februar frühmorgens stattfindet, reisen wir in KGF schon am Mittwoch ab und kehren noch in meinem Lieblingsrestaurant „Tandoor“ in Bangalore ein. Alsdann gehts ins Hotel in Flughafennähe, von wo wir uns dann frühmorgens aufmachen und wieder zurück in die Schweiz fliegen.

Goodbye im TANDOOR

2 Antworten auf “Unsere Reise nach Kolar Gold Fields: 5. bis 13. Februar 2025”

  1. Vielen Dank Ernst und Martha für den eindrücklichen Einblick in das Leben und Ergehen einer indischen Gemeinde. Welchen Preis die Pastoren, ihre Frauen und Kinder, aber auch die vielen Frauen und Männer in der Mitarbeit bezahlen, um das Zeugnis von Jesus hochzuhalten!

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