Und jetzt ab nach Lucca…

Wir sind eindeutig auf unserem Weg nachhause. Das Zelt lassen wir jetzt verpackt im Auto und gönnen uns eine wunderschöne BnB in Lucca. Eigener Pool, umgeben von Olivenbäumen, Feigen, Weinreben und Zitronen. Einzigartige Landschaft und klasse Gastgeber.

Agritourismo Ai Lincchi

OM-Geschichte vor fast 50 Jahren wieder entdecken…

Martha war vor bald 50 Jahren als junge Frau hier in dieser Gegend mit OM (Operation Mobilisation) zu zwei Einsätzen. Sie besuchten damals die kleinen Ortschaften, welche im Sergio-Tal und auf den Hügeln ringsherum liegen. Martha wusste noch genau, dass sie damals mit etwa dreissig Leuten bei eine Tankstelle eingangs eines Dorfes campierten. Aber wo war dies denn? Wir fuhren bergauf bis Castiglione di Garfagana und dann weiter ins Tal bis zum Lago di Vagli.

Aber eines wurde Martha rasch klar: Hier war es nicht. Keine Erinnerungen. Kein Aha-Erlebnis. Nichts. 🤔 Doch bei unserer Rückfahrt auf der Brücke in Borgo a Mozzano wird alles klar: „Fahr jetzt nochmal durch diesen Ort. –  Hier steht eine Tankstelle. Sie ist relativ neu, doch der Ort stimmt. Hier war es!“- Welche Freude und Überraschung. Wir fanden den Ort an dem Martha wichtige Erlebnisse mit Jesus in jungen Jahren machte

Tankstelle, wo Martha und das OM-Team campierten
Ponte della Maddalena

Lucca

Abends geniessen wir die wunderschöne Stadt Lucca. Flanieren, Apérölen, Shoppen, Fötelen und Dinnieren gehört einfach dazu. Im Dom von Lucca soll ein Kreuz stehen, welches Nikodemus (Johannes 3) geschnitzt habe. Dann gibt es neben den einzigartigen Pallazzi noch eine Besonderheit: Über dem ehemaligen römischen Amphitheater wurde einer der schönsten Plätze der Toskana gestaltet. Die Idee des Architekten ist faszinierend einfach:

  • Nutze das vorhandene Baumaterial.
  • Lass die Aussenmauern soweit wie möglich stehen.
  • Baue am Rand die Häuser und nutze den Platz als „Gartenbeiz“ und Begegnungsort.

Lucca, so schön…

Unsere nächste Station: Orvieto…

ORVIETO ist eine richtige WAU-STADT in Umbrien. Es ist eine Stadt auf einem Felsen, die leuchtet in die Umgebung raus und strahlt seit mehr als tausend Jahre in das Umfeld. Was für ein Bollwerk in der Höhe. Deshalb kamen Händler, Fürsten, Päpste in diese Stadt. Martha und ich fanden eine wunderschöne Unterkunft und geniessen diese zwei Tage in vollen Zügen.

Unser BnB in Orvieto

Gerne nehme ich dich ein wenig mit in diese einzigartige Stadt. Eines musst du wissen, es geht Bergauf und -ab. Die Stadt ist ein einziges Fitnesstraining und gibt immer wieder neue überraschende Blicke frei. Komm mit in diese verträumten Gassen.

Der Brunnen von St. Patrick: Wer eine Stadt auf einem Berg baut, der braucht einen tiefen Brunnen. Stell dir mal vor, wie soll man mit einem einzigen Brunnen eine ganze Stadt mit Trinkwasser versorgen? Wenn man tief und breit genug bohrt, kann man es folgendermassen machen: man baut eine Wendeltreppe, auf welcher Esel runter laufen können bis auf den Grund. Dann giesst man die Wassersäcke voll und treibt die Esel auf einer zweiten Wendeltreppe mit etwa 250 Tritten wieder hoch, so dass sie sich nie begegnen. Dies die offizielle Erklärung. Ich habe aber eine etwas andere Erklärung gefunden: Die damaligen Erbauer dachten, es könnte ja einmal eine Coronapandemie die Besucher dieses Brunnen so ansteckend machen, dass es besser wäre, sie würden sich im runter- und raufgehen nie begegnen. So entstand dieser Brunnen.

La PORCHETTA: Über Mittag einen geeigneten Lunchplatz zu finden ist manchmal gar nicht so einfach. Heute wars ein riesen Hit. Bei einem Metzger, der Porchetta herstellt, liessen wir uns einen Fleisch- und Käseteller herrichten. Porchetta sieht aus wie eine überdimensionierte Wurst mit einzigartiger Würze. Alle möglichen Wurstwaren und geräuchter Schinken lagen auf unserem Teller. Dazu tolle Brote.

Nach einer langen Siesta gehen wir noch auf einen Abendspaziergang und geniessen den kühlenden Wind in den Gassen und auf den lauschigen Plätzen. Es wird Zeit Abschied zu nehmen von dieser Stadt.

Bye bye Vico Equenze…

Die Woche hier am Golf von Napoli ist nun zu Ende. Wir geniessen den letzten Abend hier und wissen, dass wir morgen das Zelt zusammenfalten und einpacken müssen. Übrigens wir sind auf allen Campingplätzen die einzigen, die ein Zelt haben. Heute ‚hat man einen Camper‘. Aber, wir sind auch die einzigen, welche den Vesuv bestiegen, Pompeii besucht und in Sorrent waren. Wir sind so flexibel, weil wir in unserem Golf rasch überall hin kommen. Weiter geniessen wir die Nächte im Zelt enorm, weil wir so der Natur ausgesetzt sind. Jetzt: letzte Nacht nach einem wahnsinnig guten Essen und dem Sonnenuntergang.

Vico Equenze Porto

Der Vesuv, was für ein Ausblick…

Nach langwierigem Ticketgerangel (natürlich wegen Corona) finden wir endlich die Möglichkeit, unsere Tickets zu kaufen und auszudrucken. Nun geht es immer weiter hoch, bis wir sehr weit oben auf dem Parkplatz ankommen. Und jetzt los zu Fuss nach oben bis zum Kraterrand. Wau, was für eine gewaltige Aussicht von diesem Kegel. Der majestätische Golf von Neapel mit den beiden Inseln Ischia und Capri. Wie wundervoll ist das!

Hier wird man konfrontiert mit der gewaltigen Zerstörungskraft dieses Vulkans. Man sieht die Lavaspuren der letzten Eruption von 1944, welche gemessen an der grossen Eruption aus dem Jahre 97 n.Chr. nur klein war. Aber was wirklich geschah in jenen Tagen als Pompeii und Herculanum untergingen, das ist schlicht nicht vorstellbar tragisch.

Pompeii

Was für ein super Erlebnis, diese einmalige, verschüttete Stadt zu besuchen, über die wir uns zuvor eingehend informiert haben. Bei strahlendem Sonnenschein beginnen wir unsere Tour beim Amphitheater. Es soll die älteste erhaltene Arena der Römer sein. – Eine Remiszenz an unsere Lockdowns zur Coronazeit: Als es im 1. Jh. zu Fankämpfen mit Toten und Verletzten kam, wurde die Arena für 10!!! Jahre geschlossen. (Da soll sich noch jemand über 2 Monate Lockdown beschweren).

Wir bestaunen die architektonischen Meisterleistungen dieser Villen und Bäder. Sehr beeindruckend finden wir die sensationellen Mosaikböden und Fresken.

Aber auch die dramatischen Momente des Vulkanausbruchs werden uns im Audioguide klar gemacht. Was für eine Katastrophe war dieser Vulkanausbruch im Jahre 79 n.Chr.

Gipsabdruck eines Verstorbenen