20. bis 26. Juni 2026: Bever im Engadin

Entspannt packen wir am Samstagmorgen unsere Sachen und fahren nach feinem Zmorge gemütlich los in die Ferien. Es geht durchs Zürcher Oberland, dem Walensee entlang nach Landquart. Ich wünsche mir ein Overshirt-Schnäppchen und werde tatsächlich bei Tommy fündig.

Nach einem kurzen Mittagessen fahren wir weiter über Reichenau (wo meine mütterlichen Wurzeln sind) über Thusis, den Julier ins Engadin. Bald kommen wir in Bever an und staunen über die beeindruckenden „Palazzi“ der früheren Engadiner Patrizier.

Am Sonntag wollen wir uns etwas einlaufen und fahren mit der Bahn nach Spinas (direkt vor dem Albulatunnel Südportal). Hier gehts los zu Fuss ins Val Bever. Wie prächtig ist die Landschaft hier. Der Arvenduft erfüllt unsere Umgebung und der Wildbach Beverin plätschert und tost eindrücklich neben uns.

Der Beverin ist der erste Fluss der Schweiz, der als Gewässerperle PLUS ausgezeichnet wurde. Und zwar deshalb, weil der 13,5 Kilometer lange Bachlauf vom Menschen noch weitgehend unbeeinträchtigt ist. Durch seine Lage inmitten von wertvollen Flachmooren dient er damit vielen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. (WWF Schweiz)

Nach einem Nickerchen am Bach wandern wir zurück nach Spinas und dann weiter talabwärts, dem Märliweg folgend bis nach Bever zu unserem Feriendomizil „Chesa Rossa“.

Auf zur Diavolezza!

Am Montag ist unser Plan, frühmorgens mit der ersten Bahn hoch auf die Diavolezza zu fahren. Los gehts um 8 Uhr, schon bald haben wir dank der Gondelbahn  1000 Höhenmeter überwunden. Im Restaurant ist alles bereit für einen Zmorge mit prächtiger Aussicht auf Piz Palü, Bellavista und Piz Bernina (den einzigen 4000er der Ostalpen). Bei wunderschönem Wetter gehts nochmal hoch, so dass wir schliesslich gut 3000m über Meer erreichen. Ich spüre die Höhe hier, und sie macht mir zu schaffen. Aber es ist ein Erlebnis, nach meiner Herz OP vor einem Jahr, hier oben auf 3066m zu stehen.

Am Nachmittag machen wir einen kurzen Abstecher mit dem Zug nach St. Moritz. Echli lädele… und dann auf der Terrasse etwas trinken und das liebliche Wetter bei 26°C geniessen. Wir können es uns nur schwer vorstellen, dass es zuhause in Schwerzenbach gerade 10°C heisser ist als hier. Als wir uns wieder auf den Weg ins Tal machen, sehen wir schwere Gewitterwolken näher kommen. Beim Aussteigen aus dem Bus seicht es in Strömen. Als ich gegenüber der Haltestelle im Volg noch etwas einkaufe, wird mir grosszügigerweise ein Schirm ausgeliehen.

Heute ist Tirano unser Ziel

Wiederum begrüsst uns am Dienstag ein strahlender Tag. Die norditalienische Stadt Tirano lockt uns heute. Schon ziemlich früh sitzen wir auf unseren reservierten Plätzen im Bernina Express. Wie entspannt ist dieses Fahren und Geniessen im bequemen Zug! Rasch sind wir oben auf dem Berninapass auf 2200m über Meer und schon gehts gemächlich hinunter ins Tal, über Alp Grüm nach Poschiavo. Zwei Nachbarinnen fachsimpeln miteinander, wie man das jetzt ausspricht: Poschiavo hat ja ein s-c-h also wie das deutsche Sch bei Schuhe oder doch nicht? Italienisch scheint eine komplizierte Sprache zu sein…

Ein spezieller Moment dieser Reise ist das Kreisviadukt bei Brusio. Ein einmaliges Bauwerk:

In Tirano ist es deutlich wärmer als in Bever. Hier klettert das Thermometer über 30°C. Es wird uns jetzt bewusst, wie sehr die Leute zuhause und im Grossraum der Städte im Norden der Schweiz leiden. Zuhause herrschen schon die ganze Woche Höchsttemperaturen, wie wir es noch nie erlebt haben.

Wir gehen die paar Minuten zügig los in die Altstadt Tiranos. Ja, wir sind in Italien und atmen ein diese wohltuende Kultur. Wir verbringen hier nicht viel Zeit. Überqueren den Fluss Adda und schlüpfen durch das Stadttor.

Bald erreichen wir den Palazzo Salis. Wir sind beeindruckt vom Prunk dieser Gebäude und des einmaligen Gartens. Was in den Räumen an Decken und Wänden aussieht wie Baukunst, sind in Wahrheit bloss geniale Malereien. In einem Saal sind jeweils links und rechts von Türen und Fenster Vorhänge, die herunterhängen. Es sieht wirklich wie Stoff aus, so kunstvoll ist das gemalt.

Bald geht es wieder Richtung Berninapass, doch wir steigen in Poschiavo kurz aus und kehren ein in dieser bedeutenden Stadt der einstigen Zuckerbäcker. Die Einzigartigkeit dieses Ortes lebt von den ausgewanderten Puschlavern, welche in Frankreich und Spanien fleissig arbeiteten und mehrere ‚Café Suizo‚ gründeten. Immer wieder kehrten sie über Generationen zurück in ihre Stadt der Herkunft und bauten prächtige Palazzi, welche diese Alpenstadt nachhaltig veränderten. Dazu gibt es auch eine sehenswerte Ausstellung. Was für ein toller Ausflug war dies heute mit fünf Stunden Fahrt im Bernina Express.

Die Alp Languard

ist am Mittwoch unser Ziel. Nach einem feinen Zmorge mit Alpkäse aus der Region ziehen wir wieder mit Wanderausrüstung los richtung Pontresina. Hier gehts hoch mit dem Sessellift auf die Alp Languard. Von dort sanft aufwärts zum Languardsee. Unterwegs hören wir immer wieder die Mungge (Murmeltiere), mit ihren lauten Warnpfiffen.

Je näher wir dem See so gegen die Mittagszeit kommen, fragen wir uns, ob wir wohl ein Schattenplätzli finden könnten. Martha erledigt dies mit einem Stossgebet: „Herr, wir bitten dich um ein angenehmes Schattenplätzli“- Da wir uns deutlich über der Baumgrenze befinden, muss sich der Herr aber etwas Besonderes ausdenken… Als wir beim See ankommen und ein wohliges Rastplätzli gefunden haben, legen wir unsere Jacken auf den Boden und lagern uns. Nun packen wir unser Mittagessen aus den Rucksäcken und fangen an mit Essen.  Was ist denn jetzt los? Wir sitzen herrlich am Schatten. Über uns eine Wolke, die uns Schatten spendet. – „Danke du gütiger Gott, das ist jetzt wirklich eine tolle Überraschung!“

Bald steigen wir wieder ab Richtung Alp Languard und freuen uns auf unsere Ferienwohnung. Wir müssen dringend einen Mittagsschlaf machen, damit wir dann beim Schweizer Fussballspiel gegen Kanada nicht einschlafen.

Lägh da Cavloc

Am Donnrrstag freuen wir uns auf eine angenehme Wanderung zum Lägh Cavloc. Wir fahren los auf den Malojapass und dann gleich zum Parkplatz Orden. Ab dort ist es eine einstündige Wanderung zum Restaurant Cavloccio. Wir geniessen die wunderschöne Aussicht auf den See und die Berge. Dazu freuen wir uns über Polenta mit Pilzen und Hirschschnitzel. Nach dem Essen sind wir gestärkt für einen nächsten Wackel in Richtung Orlegnatal. Lustig ist die Ziegenfamilie, die sich unter Bäumen und Felsen lagert.

Danach umrunden wir den See und verabschieden uns wieder Talabwärts nach Hause.

Unsere Koffer sind gepackt. Die Ferienwohnung ist aufgeräumt und bald gehts wieder los nach Hause, wo uns die letzten Hitzetage erwarten.

Reichenau und sein gepflegter Schlosspark

Ich kann es mir nicht verkneifen in Reichenau anzuhalten und in alten Erinnerungen zu schwelgen. Hier waren meine (Ernst) Grosseltern während meiner Kindheit Schlossgärtner und -verwalter. Vor dem Schloss Reichenau kommt Gian-Battista von Tscharner (Besitzer des Schlosses) gerade zur Türe raus. Wir stellen uns vor und spontan lädt er uns ein, den Park zu besuchen.

Es ist das erste Mal, dass ich mit Martha diesen Garten meiner Kindheit besuche und die mannigfaltigen Erinnerungen mit ihr hier teile.

Der Garten ist bereit für ein Fest, das heute Abend im Freien stattfindet. Mein Neni (Bündner Grossvater) hätte grosse Freude gehabt an der gepflegten Anlage.

ICF Evergreen: Herbstferien in St. Moritz: 12. bis 18. September 2021

Bei strahlendem Wetter starten wir am Sonntagmorgen Richtung Bündnerland. In Thusis zweigen wir ab, weil wir auf dem Albulapass unseren Pick-Nick geniessen wollen. Majestätisch präsentieren sich die gewaltigen Berge, und die Murmeltiere pfeifen um die Wette in dieser herrlichen Bergwelt. Danach gehts hinunter ins Engadin, und wir kommen gut in der Chesa Spuondas in St. Moritz an. Hier finden wir auch schon eine kleine Vorhut unseres Camps vor, welche diese sonnigen Tage geniesst.

Lägh da Cavloc

Am Montag fahren wir zu fünft auf den Malojapass, und kurz danach links ins Tal geht es steil hoch zum wunderschönen Lägh da Cavloc. Wir geniessen diese einzigartige Gegend und lassen es uns nicht nehmen, ein kurzes Bad im eiskalten Wasser zu nehmen. Danach geniessen wir eine Gerstensuppe im Restaurant Cavloccio. Unsere Gruppe wächst schon am ersten Tag zusammen, und bei der Rückkehr im Haus erwarten uns bereits die weiteren Teilnehmenden, welche heute angekommen sind.

Nach einem feinen Abendessen lernen wir uns kennen und tauschen aus über Wünsche und Pläne für die kommenden Tage

Am Dienstag gehts nach dem Frühstück los: Diavolezza, Biken an den Seen, Piz Naïr oder Muottas Muragl ziehen uns an diesem schönen Morgen an. wir fahren auf den Muottas Muragl und wandern los Richtung Segantini Hütte und von dort hinunter auf die Alp Languard. Am Abend starten wir um 18 Uhr unseren Boxenstop mit dem Thema: „Aus dem Segen Gottes leben…“ Der erste Abend steht unter dem Thema: „Der segnende Gott“.

„Gott ist eifriger darin, seine Segnungen auf uns zu bringen, als wir es sind, sie zu empfangen.“

Augustinus

Am Mittwoch und Donnerstag macht das Schönwetterprogramm im Engadin eine Pause. Es wird ziemlich kalt und regnerisch. Dies jedoch hindert uns nicht, Ausflüge zu machen und halt mal auch St. Moritz und die Museen zu besuchen.  Martha reist mit der RhB über den Berninapass nach Poschiavo. Mich zieht es ins Segantinimuseum und zu den alten Olympiastätten von 1948. Abends gestalten wir jeweils vor dem Abendessen unseren Boxenstopp zu den Themen: „Der gesegnete / segnende Mensch“ und „Segensförderer und Segenskiller“.
Interessant: Wenn es im Alten Testament vor allem um den Segen in der Familie, im Stall, und in den Finanzen etc. geht, dann legt Jesus und das Neue Testament deutlich mehr Gewicht auf den Segen, den wir in unserer Wiedergeburt durch Jesus empfangen haben:

Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns gesegnet mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus.

Epheserbrief 1,3.ff

Herrlich sind die Abende in der Bibliothek. Wir treffen uns dort und geniessen diese Zeit in diesem einzigartigen Haus mit der lebendigen Gemeinschaft. Sehr dankbar sind wir und freuen uns über den Austausch.

Am Freitag ist nochmals ein sonniger Tag angesagt. Los geht’s Richtung Corviglia und dann auf den Piz Naïr. Welche Aussicht, welche Freiheit hier in der Steinwüste der Alpen. Und immer wieder der Blick in die hochalpinen Gletscher. Wir sind enorm dankbar über all diese Tage und die Gemeinschaft mit Jesus und miteinander.
22 Leute haben hier mit uns Ferien verbracht und wir genossen die Leichtigkeit und Freude miteinander.

Der Abend stand nocheinmal unter dem Thema des Segens: „Der Segen Gottes beim Aufbruch in etwas Neues.“ Wir verabschieden uns mit Abendmahl, Gebet und Segen füreinander.